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Mein erster Met

4. Januar 2015 by Heiko

Abseits der gewohnte Pfade habe ich am 03. Januar meinen ersten Met angesetzt.

Zutaten für 10 Liter Ansatz:

  • 2 Kilogramm Honig
  • 3,5 Liter naturtrüber Apfelsaft (Direktsaft)
  • 3 zerriebene Äpfel
  • 4 Gramm  Pectolase (1)
  • 2 Gramm  Tannin (2)
  • 5 Liter destiliertes Wasser
  • Milch- und Zitronensäure zum Einstellen des Säuregehalts auf ~7-8 g/Liter (3)
  • 5 Gramm Portweinhefe (4)
  • 4 Gramm Hefenährsalz (5)

 

(1)
Bei der Pectolase handelt es sich um Pektinase. (Okay, ein Fremdwort mit einem anderen zu erklären ist natürlich Bullhsit). Also das sind Enzyme, die während der Reifung von Früchten dafür verantwortlich sind, dass sich die Pektinlamellen der pflanzlichen Zellwand abbauen. Das bedeutet nicht anderes als, dass ich Obst zunehmend verflüssigt je reifer es wird. Diese Enzyme sollen den Prozess beschleunigen, so dass sich die zerriebenen Äpfel besser verflüssigen und der „frei werdende“ Fruchtzucker in Lösung gehen kann.

(2)
Tannine sind pflanzliche Gerbstoffe und werden im Weinbau maßgeblich durch die Fasslagerung in die Weine gebracht. Sie wirken zum einen antioxidativ und sorgen für eine Verbesserung der Lagerfähigkeit. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Faktor für die Qualität des Weines, da sie maßgeblich für die sogenannte Adstringenz verantwortlich sind. Dies verlängert zwar die notwendige Lagerzeit bis zur optimalen Trinkreife, verbessert jedoch die Geschmacksqualität deutlich. Da mein Met nicht auf Holz reifen wird, verwende ich Tannin in Reinform für den Einsatz im Weinbau.

(3)
Die Milchsäure habe ich für die Brauwasseraufbereitung sowieso auf Lager. Zitronensäure ist eine natürliche Fruchtsäure und findet sich in vielen Küchen z.B. zum Entkalken von Wasserkochern wieder. Beides kann dazu verwendet werden, den Säuregehalt einer Flüssigkeit durch Beimischung zu erhöhen.

(4)
Laut Experten eignet sich Portwein- oder auch Sherryhefe sehr gut zum Ansetzen von Met. Die Hefe verfügt über die entsprechende Alkoholtoleranz und erzeugt ein passendes Geschmacksprofil.

(5)
Hefenährsalz fördert das Wachstum und den Stoffwechsel der Hefezellen. Ferner soll es dafür sorgen, dass es nicht zu vorzeitigen Gärabbrüchen oder zur Bildung von schwefelhaltigen Gärungsnebenprodukten aufgrund von Nährstoffmangel kommt. Es ist quasi ein „Vitamin- und Powercocktail“, der die Leistungsfähigkeit der Hefe während es Gärverlaufs sicher stellen soll.

Hier noch ein paar Bilder:


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